PeerVisit

PeerVisit

Ein Qualitätsprojekt des Anästhesienetzes Berlin/Brandenburg (ANBB)

Auf Augenhöhe

Auf Augenhöhe

Alle Beteiligten arbeiten als niedergelassene Anästhesisten. Der Besucher lässt sich selbst besuchen – beide lernen voneinander

Kollegial

Kollegial

Diskussion des Umgangs mit den Standards unseres Fachgebiets. Akzeptieren verschiedener Meinungen und Arbeitsweisen

Unter Schweigepflicht

Unter Schweigepflicht

Absolute Schweigepflicht der Visitoren - es geht kein schriftlicher Bericht nach außen

 
PeerVisit ANBB Augenhöhe
PeerVisit ANBB kollegial
PeerVisit ANBB Schweigepflicht

AUF AUGENHÖHE

KOLLEGIAL

UNTER SCHWEIGEPFLICHT

 

 

PeerVisit

Ein Qualitätsprojekt des Anästhesienetzes Berlin/Brandenburg (ANBB)

 

Eine „peer group“ ist eine Bezugsgruppe von Menschen ähnlichen Alters in einem freundschaftlichen Verhältnis. PeerVisit ist ein Besuch von einem gleichrangigen, wohlwollenden Kollegen. Er/Sie kommt in die Praxis und schaut sich den laufenden Betrieb an. Die Kollegen sprechen miteinander. Auf Augenhöhe, unter absoluter Schweigepflicht. Der Besuch erfolgt mit dem Ziel, die eigene Arbeit von außen kritisch und solidarisch betrachten zu lassen.

Es erfordert Mut, sich von einem Kollegen besuchen und dabei auch in die Karten schauen zu lassen. Niemand will gerne eigene Schwachstellen anschauen oder anschauen lassen. Aber: es zeugt von Souveränität und Lernbereitschaft, sich visitieren zu lassen. Der Visitor ist niedergelassener Anästhesist und lässt sich selbst visitieren. Er arbeitet unter den gleichen wirtschaftlichen Zwängen wie der Visitierte. Ein durchgeführtes PeerVisit wird mit einem Zertifikat dokumentiert und von der Ärztekammer mit acht Punkten honoriert. Der Einzelne und die Fachgruppe zeigen damit ihr Engagement für Qualitätsarbeit und Innovation.

PeerVisit ANBB Dr. Roberto Castello
»Die PeerVisits haben dazu beigetragen, dass ich mit der Situation einer Zwischenfallbehandlung, zu der ich einen Notarzt hinzuzog, gelassener umgehen konnte als ohne diese Erfahrungen.«
Roberto Castello
 

Ziele

Was wollen wir erreichen?

 

Wir wollen besser werden.

 

„Das haben wir schon immer so gemacht“. Jeder von uns ist in seiner täglichen Routine gefangen. Dabei kann man übersehen, dass es in der eigenen Arbeitsweise Risiken gibt, die man unterschätzt oder gar nicht mehr wahrnimmt. Da hilft häufig der Blick des Kollegen von außen.

Wir wollen Fortschritt, aber nicht um jeden Preis.

 

Brauche ich ein EEG für eine kurze Narkose? Lohnt sich ein Videolaryngoskop, wenn ich doch fast alles mit der Larynxmaske mache? Wann brauche ich eine extra Aufwachraumkraft? Wir müssen abwägen und das richtige Maß finden. Ein Thema für PeerVisit. Wir wollen keine sinnvolle Neuerung verpassen, aber unsere Ressourcen gezielt und wirksam einsetzen.

 

Unsere Fachgruppe soll in der Öffentlichkeit und bei KV und Ärztekammer besser aufgestellt sein.

 

Immer wieder wurde niedergelassenen Anästhesisten mangelnde Sicherheitsstandards unterstellt. Dagegen wehren wir uns. Eine Fachgruppe, die ihre Arbeit in Form von PeerVisit systematisch auf Qualität prüfen lässt, verbessert ihre Positionen. Berufspolitisch und in der Öffentlichkeit.

Visitor

Wer und was ist ein Visitor?

 

Visitoren sind selbst niedergelassene Anästhesisten. Sie absolvieren ein Training, orientiert an der Visitorenausbildung der Bundeärztekammer. Ein wesentlicher Trainingsinhalt: in Sprache und Körpersprache zuhörend und nicht verletzend auftreten. Im Rahmen des Trainings besuchen sich die Visitoren gegenseitig. Und auch danach gilt: Jeder Visitor muss sich weiter selbst visitieren lassen.
Ein Visitor kann auch abgelehnt werden

 

Es kann emotionale Gründe geben: Visitor und zu Visitierender kennen sich persönlich und es gab in der Vergangenheit Animositäten oder Konkurrenzprobleme. Es kann fachliche Gründe geben: z. B. führt eine Praxis Kindernarkosen durch, der Visitor hatte aber schon lange nicht mehr mit Kinderanästhesie zu tun.

 
 

Ablauf

Von der Anmeldung bis zur Visite

 

Sie melden uns – formlos - Ihr Interesse an einem PeerVisit. Wir vereinbaren mit Ihnen einen Termin und schicken Ihnen einen Fragebogen zur Selbstbewertung.
 
Der  Visitor meldet sich bei Ihnen. Der  Ablauf der Visite soll so mit ihnen abgestimmt werden, dass der laufende Betrieb möglichst wenig gestört wird. Vor der Visite erhalten Sie eine unterschriebene Verschwiegenheitsverpflichtung.
 
 

Der Besuch besteht aus zwei Teilen. Zuerst beobachtet der Visitor die Abläufe im OP, im Aufwachraum und bei Patientengesprächen. Dann sprechen Besucher und Besuchter miteinander. Der Besuchte kann Schwierigkeiten und Probleme bei seiner Tätigkeit ansprechen, es kann über mögliche Lösungen nachgedacht werden.

 

Alle Informationen verbleiben beim Besuchten. Lediglich ausdrücklich freigegebene Informationen werden zu statistischen Zwecken anonymisiert gesammelt, um das Verfahren weiterzuentwickeln.

 

Sie erhalten ein Zertifikat, dass Sie am Qualitätssicherungsverfahren PeerVisit teilgenommen haben.

PeerVisit ANBB Dr. Klaus Seitz
»PeerVisit bietet eine großartige Horizonterweiterung. Niemals zuvor habe ich meine Arbeit so gründlich überdacht und selbstreflektiert.«
Klaus Seitz

Momentan fallen für Mitglieder des ANBB keine Gebühren an.

 

Die Grundidee für die Preisgestaltung ist, dass der Visitor mit dem Geld einen Praxisvertreter bezahlen und damit ohne finanziellen Verlust eine Visite durchführen können soll.
 

Kosten

Kostenerstattung für die Visitoren